Die Zerstörung der Union

ein Kommentar von Kai

Die Bundestags-Wahl 2021 war spannend wie lange nicht mehr. Die SPD und die Grünen haben ordentlich Stimmen mehr gekriegt als in den letzten Jahren und die Union hat das schlechteste Ergebnis seit der Gründung der Partei. Doch was lief schief?

Zuerst einmal zur Partei: Die Union wurde zwischen 1945 und 1950 gegründet. Sie besteht eigentlich aus zwei Parteien: der CSU, kurz für Christlich-Soziale Union, und deren Schwesterpartei CDU, kurz für Christlich Demokratische Partei. Der Unterschied zwischen den Parteien ist, dass die CSU ausschließlich in Bayern antritt, die CDU in allen anderen Bundesländern Deutschlands. Im Bundestag werden sie allerdings als eine Partei gewertet.

Die Union vertritt häufig die Meinung, dass alles möglichst so bleiben soll, wie es ist. Aufs erste Malgar nicht so schlecht, Deutschland geht es wirtschaftlich und politisch gesehen recht gut. Allerdings kommen halt auch mal Sachen, wo nicht alles so bleiben kann, wie es ist. Zum Beispiel beim Thema Klimaschutz. Hier muss sich etwas ändern, sonst würde es noch wärmer werden.

Die Union war lange stärkste Kraft im Land, noch im Sommer 2005 hatten sie zwischen 40% und 50% Stimmen. Stellt sich wieder die Frage, wieso das auf einmal nicht mehr so ist.

Es waren ein paar mehr Gründe, die zum Absturz geführt haben.

1. Der Machtkampf zwischen Söder und Laschet

Am Anfang des Jahres, als die Parteien ihre Kanzlerkandidaten gewählt haben, gab es bereits Ärger in der Union. Da die Union eigentlich aus zwei Parteien bestand, gab es auch zwei mögliche Kandidaten. Markus Söder als Parteivorsitzenden der CSU und Armin Laschet als Vorsitzenden der CDU. Doch statt sich untereinander zu einigen, betrieben die beiden eine Art “Sandkastenschlägerei”. Mehrere Wochen lang zankten die beiden um den Platz des Kanzlerkandidaten, bis schließlich eine parteiinterne Wahl Laschet zum Kanzlerkandidaten machte.

2. Laschets schlechter Wahlkampf

Ob die Wahl der Partei so gut war, sei mal dahingestellt, denn Laschet verpatzte einen Auftritt nach dem Nächsten. Viele wurden sogar noch von Kameras erfasst. Beispielsweise als der Bundespräsident zu den Betroffenen der Flut sprach, lachte er im Hintergrund, als hätte man ihm einen guten Witz erzählt. Zur Erinnerung: 133 Menschen sind den Fluten zum Opfer gefallen. Als er Betroffene befragte, hielt er seinen Regenschirm so ungeschickt, dass sein Gegenüber voll ihm Regen stand. Weitere kleine Patzer bei öffentlichen Auftritten sorgten dafür, dass das Ergebnis der Union immer schlechter wurde.

3. Der Masken-Skandal

Als im Frühjahr die Maskenpflicht schließlich durch eine FFP-2-Pflicht abgelöst wurde, kam es zu einem Skandal: Man eröffnete ein Strafverfahren gegen den früheren bayerischen Justizminister wegen Korruption*. Zwischendurch waren 20 Mitglieder der Union im Verdacht, bestraft wurde niemand. Eine genaue Anzahl oder Namen wurden nie veröffentlicht.Beim oben genannten Politiker verwies das Oberlandesgericht (kurz OLG) auf den Paragraf 108e des Strafgesetzbuches (Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern). Laut diesem sei es kein Gesetzesverstoß, weil er lediglich die Autorität seines Mandats und seine Kontakte außerhalb des Parlaments nutzte. Bei der Bevölkerung kam das logischerweise nicht so gut an, auch wenn FFP2-Masken besser schützen als normale Stoff- oder medizinische Masken.

Das waren ein paar Beispiele, wieso die Union so viele Stimmen verloren hat. Es gibt logischerweise noch mehr Gründe, allerdings sind dies meiner Meinung nach die Gründe, die 2021 den Wahlkampf vereitelten.

*Korruption:

Die kriminologische Forschung definiert Korruption als „Missbrauch eines öffentlichen Amtes, einer Funktion in der Wirtschaft oder eines politischen Mandats zugunsten eines Anderen, auf dessen Veranlassung oder in Eigeninitiative, zur Erlangung eines Vorteils für sich oder einen Dritten, mit Eintritt oder in Erwartung des Eintritts eines Schadens oder Nachteils für die Allgemeinheit (Täter in amtlicher oder politischer Funktion) oder für ein Unternehmen (betreffend Täter als Funktionsträger in der Wirtschaft)“.

Kai

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